Einbruch der Wirtschaft, Coronafolgen

Höchste Staatsverschuldung seit 1950 | 22/4/2020
Die Situation der Corona- Pandemie hat alles verändert. Der Staat unterstützt mit Kurzarbeitergeld und Finanzhilfen und löscht den Brand im Ansatz. Woher das Geld kommt und ob es zurückgefordert wird und in welcher Form, ist unklar.
Ebenso unklar ist ob und wann die Wirtschaft wieder voll funktionsfähig wird. Nur eines ist klar, nach Corona ist nichts wie vorher. Die Löcher in der sozialen Hängematte in Deutschland sind nicht mehr zu schließen und die arbeitende Bevölkerung bis zur Schmerzgrenze weiter zu belasten. Für den Schutzschirm zur Rettung von Unternehmen und Arbeitsplätzen wurde erst mal 2020 150 Mio Euro Schulden aufgenommen. Über die Kfw Bank werden Unternehmen Kredite angeboten.
Mit 100 Milliarden Euro beabsichtigt sich der Staat an Unternehmen zu beteiligen. 400 Milliarden Euro übernimmt der Staat als Bürgschaft. Mit dieser Maßnahme verzögert man einen Bankrott oder Konkurs, sichert aber nicht langfristig das Unternehmen durch neue Schulden. Und auch Bürgschaften haben Konsequenzen, wenn diese nicht bedient werden.
Führt das Öffnen des Staatshaushaltes zu weiterem Geldnachdruck der EZB und damit weiter zum Wertverlust des Euros? Folgt auf die Entwertung eine neue Währung. Beides kann noch nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden, liegt aber im Rahmen des Möglichen. Die Zuschüsse und Förderungen kann der Staat später nur durch Abgaben und höhere Steuereinnahmen kompensieren, aber die Staatsverschuldung von 2012 – bisheriger Höchststand seit 1950 – von 81,1% des BIP (Bruttoinlandprodukts)

Niedrige Zinsen und noch mehr Staatsanleihen als Mittel zur Krisenbewältigung? Die derzeitige Lage ist nicht steuerbar, da heute weder das Ende der Corona- Pandemie, noch das Ende der wirtschaftlichen Stagnation vorhersehbar ist. Damit sind auch die Mitteleinsätze und die Verschuldung im Europäischen Wirtschaftsraum nicht überschaubar.

Meine derzeitigen Beobachtungen April 2020:
1. Die Wirtschaft ruht, kaum Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt – abwartende Haltung der Kunden;
2. Behörden und Dienstleister, wenn nur eingeschränkt ansprechbar – das öffentliche Leben ruht.
3. Beratungstermine und Emailanfragen von Kapitalanlegern – Investoren suchen vermietete sanierte und auch unsanierte Immobilien; große Nachfrage im Grundstücksmarktsegment;
4. Bargeld ist unsicher wie nie – Anlagen wie Gold; Grundstücke, Immobilien und Aktien vor Kapitallebensversicherungen sind gut gefragt.
5. Kurzarbeit, geringe Kaufkraft, keine Neueinstellungen – unsicherer Arbeitsmarkt
6. Steigende Handwerkerkosten 30-40%, kaum Handwerkertermine
7. Steigende Nebenkosten, Außenstände im Bereich Verbrauchskosten – Mieter haben keine Rücklagen; Bonität gerät in Schieflage;
8. Gestiegene und weiter steigende Baukosten
9. Mieten werden zurückgehalten oder gar nicht gezahl
10. Stornierungen von Unterkünften – kein Urlaub im Ausland in 2020 mgl, dies lässt auf starke Nachfrage im Herbst nach Unterkünften in Deutschland insbesondere an der Ostsee und Nordsee.
11. Wohnungswechsel und Hausverkäufe in den nächsten 2-3 Jahren sind absehbar.

Die erste Frage meiner Kunden ist, ob damit die Preise für Häuser und Wohnungen sich wieder auf den Wert reduzieren und der Markt sich normalisiert?
Der KP ist aber nicht das einzige was dann interessieren sollte.
Die zweite Frage müsste lauten: Wie hoch ist dann der Zins und bin ich als Hauskäufer für die Bank dann noch kreditwürdig?